Im Auto

Ich habe geträumt! Wild und gefährlich, ich fahre mit dem Auto! Die Polizei will, dass ich anhalte, ich halte an, ein Beamter steckt seinen Kopf ins Fenster rein und fragt mich: Geht es ihnen gut? Ich wie aus der Pistole geschossen: Weshalb, fahre ich wie ein Betrunkener? Der Polizist runzelt die Stirn und fragt ernst: Sind sie denn betrunken? Ich: Nein, aber ich fahre mit drei Kleinkindern auf dem Rücksitz! Der Beamte beginnt zu lachen, er meint tatsächlich ich mache Witze! In Wirklichkeit ist es überhaupt nicht wizig, das Autofahren mit drei Kleinkindern wovon eines, das kleinste, Autofahren wirklich hasst! Der Ablenkungsgrad entspricht bestimmt einer Promille Alkohol, alles ist verlangsamt, vorallem die Reaktionsgeschwindigkeit des Lenkers, wenn er mit einer Hand lenkt, und mit der anderen verlorene Schnuller, Bücher, Pommes und andere Fressalien suchen und reichen muss! Der Polizist im Traum meinte noch, ich würde am besten den Zug nehmen, wenn das so schlimm sei! Ich habe ihm im Traum nicht mehr geantwortet, euch aber frage ich: Und welchem der drei sollte ich eurer Meinung nach folgen, dem ersten Kind das keine Minute still sitzen möchte und gefährlich wankend durch den Zug laufen will, dem zweiten das spätestens nach 30 Minuten zu turnen anfängt oder dem Ältesten der fast zeitgleich Ameisen im Hintern bekommt und es auch nicht mehr auf seinem Sitzplatz aushält? Im Auto sind die drei wenigstens angebunden! Also im Traum habe ich dem Beamten dann noch erläutert wie eine Mutter von MC Donald wegfährt! Mit einer Hand verteilt sie Essen nach hinten, auf ihrem Schoss balanciert sie ihren eigenen Burger und ab und zu streckt sie dem kleinsten Pommes nach hinten und lenkt dabei ständig, denkt sie! Weil all das aber furchtbar durstig macht, folgt bald der nächste Serviceakt mit dem Trinken! Ich schmeise das Wasser nach hinten in die Kinderreihe in der Hoffnung, dass der Älteste sie auffangen kann, der Kleinen reiche ich mit einer Hand ihre Flasche während ich im Rückspiegel beobachte wie sie mal wieder den ganzen Flascheninhalt in ihren Sitz auslehrt, mit etwas lauter Stimme und ihrem Gezetter entreisse ich ihr die Flasche wieder um Schlimmeres zu verhindern! Wohlgemerkt, ich lenke immer noch, bei der Frage ob der Mittlere wohl mal aufs Klo müsste und der Steitschlichtung wer jetzt welches Buch wann bekommt! 

Autofahren in diesem Zustand ist ja wohl unzumutbar und gleicht einem Verkehrsdelikt, ich fürchte mich davor und mag es nicht, oft fahre ich weite Strecken deshalb nicht mehr alleine oder wenn die Kinder schlafen! Nein Leute, ich weiss es aus Erfahrung, ich bin auch nicht die einzige Mutter, die so fährt! 

Tja liebe Autobauer, es sind ja immer noch vorwiegend Männer, da fehlt was in eurer wahnsinnig teuren Entwicklungsstrategie. Wie wärs, wenn ihr das Augenmerk etwas weg vom Design und den schnittigen Kurven auf die Funktion für eine Familie lenken würdet? An die Kurven und den Schnitt der Lampen kann sich bei den Familienkarrossen ehrlich keiner erinnern, aber an die prima Halterung für den DVD-Player für die Kinder, den immensen Kofferraum trotz drei Kindern, dass man den Buggie ungefaltet hinten reinstellen konnte oder die Kinder bequem in den Kindersitzen geschlafen haben weil man den Sitz etwas nach hinten kippen konnte ohne den ganzen Kofferraum zu blockieren! Aber ich zeige euch gerne, was mir als viel, oft und lange autofahrende Mehrfachmutter wirklich helfen würde, sicher zu fahren, und das sind nicht nur sichere Kinderautositze!

Apropos Kinderautositze, da muss ich gleichzeitig die schiere Unmöglichkeit erwähnen, einen solchen Autokindersitz zu reinigen! Ich möchte, dass mir das im Werk mal einer demonstriert, einer der Männer, die das bauen oder erfinden! Weil keine Frau, respektive Mutter auf dieser Welt Kinderautositze so bauen würde, dass sie erst nach stundenlangem Rumgefummle und Wühlen im Erbrochenen oder Schlimmeres, das Polster zum Waschen abnehmen kann! Und dann all die Ecken und Kanten wo sich alles, ich meine wirklich alles, vom Pixibuch über Nüsse, Apfelkerne, alte Pommes, jeder Krümmel, vertrocknete Bananen so verstecken können, dass sie nicht einmal der Mann beim gründlichen Saugen des Autos entdecken? Wer bitte? 

So Herr Polizist, entfernen sie mal bitte endlich ihren Sauger aus meinem Auto ja? Vielen Dank! 

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Danke, Liebster!

Ich bin gerade dabei, als Vollzeitmutter meine Position in unserer Gesellschaft, in meinem Kopf und in meiner Umgebung genauer unter die Lupe zu nehmen! Da könnte man missverstehen, dass ich mich heute ganz besonders mit meinem Mann und seiner Position in unserem Leben beschäftige! Er ist einfach so wichtig und weil ich eh nicht auf Vatertage oder Geburtstage oder sonstige Tage warte, schreibe ich jetzt an, über und für ihn, und pfeife dabei auf moderne Rollenbilder, sonstige Erwartungen an Beziehungen in der heutigen Zeit oder andere Konventionen. Es geht nur um uns, ihn und mich! Dich und mich und warum ich dich liebe!

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