Ökonomie der Ressourcen im „Familienbetrieb“

Das erste Teammeeting am Montagmorgen mit meinen zwei wichtigsten Mitarbeitern, Grosser Sohn und Kleiner Sohn, ergab eine etwas armselige Wochenperspektive! Sämtliche personellen Ressourcen für anständiges Spielen wurden abgezogen von einer kränkelnden Querulatin, der kleinen Tochter, die zum Erhalt der guten Laune dauerbespasst werden wollte!

Naja, im Team haben wir dann vereinbart, dass wir uns durch ihr Gequitsche und Gejammere nicht gross in unseren individuellen Projektarbeiten stören lassen wollten und sie einfach auf dem Rücken der anwesenden Führungskraft ( ich, Papa ist natürlich im Aussendienst) mitmachen muss! Ich sehe mich nicht so gerne als autoritäre Führungskraft in meinem kleinen Familieunternehmen, deshalb plädierte ich am Schluss der Sitzung doch für etwas mehr Menschlichkeit und Mitgefühl mit unserem kleinsten, also schwächsten Mitarbeiter und überhaupt untereinander!

Meine Opportunitätskosten für das Dauerbespassen meiner schwächsten Mitarbeiterin waren brutal hoch, meine Wohnung, also unsere Zentrale, sah aus wie es eben ohne kompetente Führungskraft aussieht: Chaotisch, unstrukturiert, ineffizient aufgeräumt, und ineffektiv sortiert! Das wiederum lies meine Tagesbilanz brutal schrumpfen und entsprechend war die Teammoral im Eimer! Ich versuchte dann noch mit Schokoladen-Boni und ausufernder TV-Party für die grossen Teammitglieder alles zu retten, leider mit einer komplett gegenteiligen Wirkung!

So gingen dann einige Tage einher bis wir uns in einer Notsitzung mitte der Woche entscheiden konnten, die personellen Ressourcen unverzüglich aufzustocken! Schnell war Oma da, unsere absolute Spitzenfachkraft! Sämtliche Spielprojekte liefen bereits kurz nach ihrem Auftauchen wieder auf Hochturen, die Gemüter beruhigten sich und alle Kräfte wurden wieder in effiziente und effektive Bahnen gelenkt! Die Maschine lief wieder!

Allerdings wurde durch die ungleiche Verteilung der Arbeitsauslastung während Tagen die Führungskraft arg beansprucht, so, dass nun diese drohte auszufallen! Ich fühle mich krank! Leider gibt es für diesen Fall in unserem Unternehmen keinen Notfallplan und eigentlich gibt es ja gar keine kranken Vorgesetzten oder? Nein, bei uns nicht, weil der Aussendienstler der geht einfach! Der denkt, die Führungskraft richtet das und die Führungskraft tut was sie tun kann! Sowas wie Burn-out ist ein Fremdwort für Mütter und doch gibt es immer mehr solcher Fälle! Das macht mich als Führungskraft natürlich nachdenklich! Wer würde mir zuhören wenn ich es nicht mehr richten könnte und keine Oma da wäre die einspringt? Der Aussendienstler ist nur teilweise qualifiziert und wäre kein adäquater Ersatz für eine ausgebrannte Führungskraft, ihm würden Qualifikationen und fachliche Kenntnisse fehlen zudem einfach ganz viel Routine und Erfahrung in dem Bereich! Natürlich wäre er die richtige Stelle um eine Deseskalation einzuleiten, leider ist er nicht so oft anwesend, er fühlt nicht immer den Puls der heimischen Belegschaft, und verkennt die Situation vielleicht genau im entscheidenden Moment!

Natürlich wäre es auch passend wenn sich betroffene Führungskräfte bei den entsprechenden Stellen präventiv melden würden, leider gibt es diese Stellen aus Ressourcengründen, zeitlichen, finanziellen, emotionalen und anderen, nicht und das ist wohl auch in anderen Familien, ähm Unternehmen, ein Problem! Unsere kurzfristige Kriesenintervention mit unserer Spitzenfachkraft, der Oma, war eine temporäre Lösung! Langfristig müssen wir uns was einfallen lassen für Ausnahmesituationen und personelle Engpässe, denn nur darum geht es bei der Ökonomie, um den Umgang mit „Gütern“ die nur beschränkt verfügbar sind!

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2 Kommentare zu „Ökonomie der Ressourcen im „Familienbetrieb“

  1. Wow! Was für ein wunderbar intelligenter, ironischer und doch so wahrer Text! Ich bin wirklich beeindruckt von deiner Fähigkeit mit Sprache zu „spielen“!

    Und ich ziehe den Hut, wie du dieses Unternehmen mit drei juniorigen Mitarbeitern und allein als Führungskraft leitest 🙂 Wir haben zum Glück keinen Außendienstmitarbeiter und trotzdem oft genug Streß und Chaos mit Dreien.

    Liebe Grüße
    Stephi

    1. Danke! Naja, der Aussendienstmitarbeiter macht ja auch seinen Teil, nicht ganz unwichtig, ich schreibe gerade was über ihn und seine Rolle! Lass dich überraschen! Ich finde es spannend, wenn andere was mit meinen Worten anfangen können! Aber den Trubel mit dreien kennst du ja bestimmt genau so gut!

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