Mehr als Chaos

Ok, mit diesen Zeilen mache ich an meiner ersten Blogparade mit, gestartet von Mama on the rocks und Mama Schulze!

Als dreifach Mamma nehme ich mal in Anspruch für mich, dass ich doch kompetent über dieses Thema Auskunft geben kann, wie es denn so ist mit mehr als einem Kind!

Vorneweg: Doch das Chaos multipliziert sich!

Ich wollte schon immer, sobald ich wusste, dass ich wirklich Kinder will, drei davon! Ich habe „nur“ einen Zwillingsbruder, bin mit dem aber ganz dick und ich hätte mir für mein Leben einfach noch mehr solche Beziehungen gewünscht! Geschwister sind ja auch einfach Menschen, die dich bedingungslos lieben genau so wie du bist, ein Leben lang! Ich kann mir heute kaum etwas besseres vorstellen um sich im Leben sicher zu fühlen und geborgen! Deshalb wollte ich mehr als eins, drei schien mir eine gute, bewältigbare Zahl, Familien mit vier Kindern fand ich dann meist doch eher ein Logistikunternehmen als eine Familie, so mein Eindruck als Kinderlose!

Vorteile
Es stimmt natürlich, dass man alles wiederverwenden und nachtragen kann, so amortisieren sich die horrenden Summen für Babydinge zum Glück irgendwann mal! Und auch das Glück, mehr als einmal Leben zu schenken ist kostbar! Soviele tiefe und intensive Emotionen, soviele gute Hormone und lustige Momente! Aber der grösste Vorteil wird sichbar, wenn Geschwister sich zum ersten Mal begegnen! Bei uns ist das ja noch nicht so lange her, und zum Glück standen diesmal zwei Freundinnen mit Kamera bereit und haben diese einmaligen Momente in wunderschönen Bildern festgehalten! Ich empfinde es auch als Bereicherung, soviele unterschiedliche „Sturköpfe“, weil stur sind sie alle, bei uns am Tisch zu haben! Alle kreativ, lebendig, sprachgewandt und die Jungs ein echtes Team, ob als Feuerwehrmänner, Polizisten oder Ritter ( wie komme ich jemals von diesen Themen weg) und natürlich auch dicke beim streiten! Und damit kommen wir zu den, sagen wir mal, Herausfoderungen!

Herausforderungen

Natürlich wird man cooler, gelassener und für Ängste von Erstlingsmammas oder Einkindeltern hat man nur ein müdes Lächeln über, ohne arrogant wirken zu wollen, vieles was man natürlich mit nur einem Kind auch gemacht hat, erscheint einem dann nach dem dritten übertrieben! Zum Beispiel schätzt man es nicht wenn andere Kinder das eigene erste oder einzige grob behandeln, blöd stimmt, da muss man auch dagegen halten, ich fand es zum Beispiel ganz komisch als etwas ältere Kinder bei einem Besuch meinem Erstgeborenen im Schlaf ins Gesicht gelangt haben, zu diesem Zeitpunkt fand ich das ganz unpassend! Beim zweiten tat es der erste ständig, oder noch schlimmer, mein Grosser tat es bei anderen und ich war nicht schnell genug um das zu verhindern! Dann war da die Sandkastenschreckphase, mein Erster wurde von anderen „angegriffen“, ich sofort dazwischen, Monate später waren wir dann in der Täterrolle angekommen und ich war dankbar um jede coole Sandkastenmutter die gelassen ihr Kind getröstet hat und mich in Ruhe mit meinem Kind schimpfen liess! Heute greife ich nur ein, wenn einer weint oder total unterlegen ist, den Rest bringen sie sich selber bei! Ich habe allerdings Monate damit verbracht geduldig bei Streitereien mit den Jungs zu üben was man wie, zu wem sagen könnte, wie verhandeln oder tauschen geht, abwechseln und das System „Einer-nach-dem-anderen“ zu erklären! Kürzlich habe ich einen Artikel gelesen, darüber, dass es Kitas gibt, in denen Kinder nicht mehr teilen müssen oder eben abwechseln, das sind so Geschichten die einem als Mehrfachmamma sehr unlogisch erscheinen weil spätestens dann betrifft es zwei meiner liebsten Menschen, und einer davon ist am Boden zerstört, wenn er einen Tag auf einen Bobbycar warten muss, nur weil der andere grad keine Lust hat abzuwechseln! Blöde Idee von Einkindeltern oder vielleicht auch einfach praxisfernen Pädagogen! Es gibt bei uns durchaus auch Dinge die nicht geteilt werden müssen und jeder hat bei uns Rückzugsmöglichkeiten, aber die Gemeinschaft und das Teilen werden meist vorgezogen!

Hier habe ich auch die Gelegenheit mal ein Ammenmärchen aufzuklären! Ein zweites und auch ein drittes Kind läuft nicht einfach so nebenher, alle meine Kinder haben die gleiche Aufmerksamkeit gefordert und wollten viel getragen und oft gestillt werden, der Aufwand bleibt also für jedes neue Kind der gleiche, aber klar, die Routine ist eine andere! Man ist geübt, jeder Handgriff sitzt, in Kriesensituationen weiss man bereits wie das Gegenüber abzulenken ist oder wann der Mann am liebsten davonlaufen würde, und was man dann am besten sagt oder nicht, wann ich eine Runde um den Block machen muss oder die kleinen eine Auszeit brauchen!

Flexibilität

Ein riesen Thema ist für mich die Flexibilität! Mit einem war noch alles möglich, mit zweien habe ich alles möglich gemacht und mit dreien ist vieles unmöglich! Ich kann zum Beispiel nicht mit drei so kleinen Kids alleine in den Urlaub fliegen oder schwimmen gehen oder Einkaufen wird zum Theaterspektakel schlechthin, inzwischen haben wir einen Weg gefunden, dass meine Nerven das zulassen! Und ich finde schon, dass man mit dreien öfter schimpfen muss, Anweisungen nicht nur dreimal für ein Kind aussprechen muss sondern für fast drei dreimal, das kostet Nerven, mehr als mit einem, logisch!

Zeitmanagement

Das Thema Zeit finde ich in diesem Zusammengang auch interessant! Mein Mann sagt zum Beispiel ganz oft, dass ich die Kinder halt schnell zur Oma oder ihm ins Büro bringen soll wenn ich was erledigen muss! Meist lehne ich das grosszügige Angebot dankend ab, weil sie keine Ahnung davon haben, vor welche logistischen Probleme sie mich damit stellen, vorallem mit dem schnell, oder noch schlimmer mit dem Wörtchen „kurz“! Denn es stimmt schon in unserem Stadium des Elternseins mit drei Kleinkindern zwischen vier Jahren und acht Monaten ist es unmöglich kurz und schnell irgendwohin zu kommen, gerade jetzt im Winter bis alle angezogen sind schreit der erste wieder und der Mittlere verhandelt immer noch darüber welche Handschuhe er wie anziehen möchte oder nicht, während man dem Grossen immer dabei helfen muss seine gesamte Feuerwehrmannausrüstung „korrekt“ anzuziehen und die Mamma am Schluss noch schnell die wichtigsten Sachen zusammenzupacken hat bis keiner mehr Nerven hat, die Kinder nicht mit Warten auf die Mamma und die Mamma keine mehr für sämtliche Anliegen was das Anziehen etc. betrifft! Zwei Schritte später folgt der Befreiungsschlag, frische Luft und alle sind glücklich, das Gezetter hört auf, deshalb sind wir fast jeden Tag draussen!

Um ehrlich zu sein, ist es am Schluss einfach eine mathematische Formel! Eins plus eins gibt zwei und noch eins gibt dann drei! Dreimal Glück, dreimal Arbeit, dreimal schimpfen, dreimal lachen, von allem einfach mehr und es ist auch bei drei Kindern bereits eine logistische Meisterleistung z.B in den Skiurlaub zu fahren! Socken, Handschuhe, Mützen von allem sehr viele Dinge, die mit müssen aber ich hätte heute ein schlechtes Gewissen, hätte ich meinen Kindern Geschwister vorenthalten! Und für mich lohnt es sich auf jedenfall, ich habe drei neue spannende Menschen in meinem Leben, die ich sehr liebe, trotz oder gerade wegen dem Chaos!

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10 Kommentare zu „Mehr als Chaos

  1. Hallo und danke, dass Du mitgemacht und Deine Erfahrungen mit 3en geteilt hast! Ich habe ja ’nur‘ 2, die Kleinere ist im Winter geboren und was habe ich den 1. Winter bei der Anzieherei immer geflucht. Klatschnass war ich immer, wenn die Kleinen endlich angezogen waren. Du hast meinen großen Respekt! LG Julia aka Mama Schulze

    1. Danke für dein Mitgefühl, ich freue mich echt jeden Tag auf die (Sommer)Zeit in der keiner merkt ob wir im Pyjama schon angezogen sind oder nicht! Obwohl ich Winter liebe, aber nicht mit den drei Kleinen!

  2. Toll, dass Du mitgemacht hast, meines Wissens bist Du die erste Dreifachmama der Blogparade! Sehr gefallen hat mir Dein Statement: „Der Aufwand bleibt für jedes neue Kind der gleiche, aber die Routine ist eine andere! Man ist geübt, jeder Handgriff sitzt.“ Wir täuschen uns wohl, wenn wir meinen, das zweite Kind läuft so mit. Ganz so einfach ist es eben nicht 😉 Aber dafür vervielfältigt sich auch der Spass und die Freude. Ich wünsche Dir noch ein tolles Jahr mit Deinen Lieben <333
    LG
    Séverine aka Mama on the rocks

  3. Danke für deinen tollen Beitrag zu dem Thema mit der Sicht aus einer Dreifach Mami. Ich bin mit zwei Geschwistern aufgewachsen und finde das bis heute auch sehr toll. Geschwister zu haben ist super.
    Ich glaube ob zwei oder drei Kinder – das ist schon noch mal ein grosser Unterschied (gerade in Bezug auf die Flexibilität). Wir haben jetzt zwei wunderbare Töchter und wir wissen wirklich noch nicht, ob wir in ein bis zwei Jahren noch ein drittes Kind möchten. Innerlich würde ich ja sofort, aber wenn ich dann darüber gründlicher nachdenke (oder gerade beide Kinder schrecklich nerven/schreien/die Wohnung verwüsten), dann verzichte ich doch lieber. Aber mal sehen, was die Zeit so bringt.

    Liebe Grüsse, Miriam

    1. Ja eine Überlegung ist es allemal Wert! Aber es ist, zumindest mit dem Abstand den wir jetzt bei unseren Kindern haben, schon sehr intensiv und eben, die fehlende Flexibilität macht mir arg zu schaffen, zumal ich auf etwas Abwechslung als Vollzeitmamma angewiesen bin;)! Danke für dein Feedback! LG

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