Vorsätze als Mutter

Ich geb’s ja zu, ich war ebenfalls eine von denen, die irgendwann einmal, vor vielen Kinderjahren anderen Müttern beim Muttersein zugesehen haben und immer mal wieder dachten, dass sie das alles ganz anders machen würden! So eine war ich! Dann wurde ich selbst Mutter!

Mit dem ersten klappte am Anfang noch alles! Ich flog alleine mit dem Kleinen in den Urlaub oder ging shoppen, wir trafen uns mit Freundinnen zum Businesslunch und ich brachte ihn schon mal an eine Besprechung mit zum Anwalt! Natürlich sah das für alle Aussenstehenden gemütlich und locker aus! War es auch, aber nicht immer! Die Umstellung war riesig, die pausenlose Verantwortung an manchen Tagen erdrückend, und die Nachmittage manchmal zum Totlangweilen und doch total anstrengend! Wir trotzten Stillstreiks, Krankheiten und übten uns in ersten Erziehungsanwendungen und Schlafexperimenten und das klappte auch, so dass man dachte man hätte den Dreh als Eltern einfach raus! Dann kam der zweite! Plötzlich hatten wir einen eineinhalbjährigen von Eifersucht zerfressenen Wilden daheim! Es wurde immer schlimmer! Mammas Nerven immer schlechter, eine ganz schlechte Spirale und wir stellen jetzt nicht die Huhn-Ei-Frage was da zuerst war! Und dann kam die erste Unsicherheit! Stimmt das was wir machen? Und dann tat man das erste mal Sachen, die man nie tun wollte! Man hört sich schimpfen und ab da hört es nie mehr auf! Mal weniger, mal mehr, die Schranke ist gebrochen, man schimpft! Spätestens beim zweiten Kind und tut Sachen die man nie machen wollte! Das ist die Mamma-Falle! Noch nie davon gehört? Das am besten gehütete Geheimnis der Mütterguerilla, es gibt 1000 Dinge die du nie tun wolltest als Mutter und dann irgendwann mal doch tust! TV gucken unter 4 Jahren, dein Kind so fest am Arm festhalten, dass es dir sagt, dass es ihm weh tut, all die blöden stumpfsinnig sinnlosen Sätze die vermeintlich das Selbstwertgefühl deines Kindes untergraben und die du nie aussprechen wolltest, die erste Pommes vor dem ersten Brei und endlos Diskussionen über die Notwendigkeit von Fahrradhelmen mit einem Zweijährige etc. Dann kommen immer mal wieder Phasen des Grössenwahnsinns, da denkt man, man hat alles im Griff und geniesst es! Wenn alle krank sind oder sonstiges Unheil über die Familie herein bricht, fallen die nächsten Vorsätze dem harten Alltag zum Opfer! Spätestens beim dritten Kind ist man dann da angekommen wo man nie hin wollte! Da erntet man nur noch für die Anzahl Kinder Bewunderung, nicht mehr für „das lockere Mammadasein“, ab drei herrscht oft einfach das Chaos! Ich bete, dass mir meine Kinder das alles verzeihen und sich an meine x tausend Küsse erinnern! Ich bete darum, dass sie sich an meine Führsorge beim Mützen überziehen erinnern und nicht an die endlosen Streitgespräche beim täglichen Kleider anziehen! Ich hoffe sie erinnern sich an meine Nähe wenn sie fern sind, und an meinen Humor wenn sie traurig sind, an meine Umarmungen wenn sie einsam sind und an meine Gespräche mit ihnen wenn sie Kummer haben! Ich möchte zeichnen, träumen und lachen mit ihnen, im Schnee tanzen und Kuchen backen, Geschichten erfinden und grosses Theater spielen! Jeden Tag mehr, jeden Tag öfter mit den besten Mitspielern die es gibt! Lasst es uns tun, diese Vorsätze schaffen wir locker! Mein Grosser, mein Kleiner, meine Prinzessin, danke, dass ihr mich so liebt, wie ich bin und mir verzeiht, dass ich nie so war, wie ich sein wollte!

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